Leserbrief von August 2026

Was ist nur los, mit uns Menschen? Sind wir nicht alle als vernunftbegabte Wesen auf die

Welt gekommen? Haben wir nicht alle die Fähigkeit mitbekommen, Tugenden wie Klugheit,

Gerechtigkeit, Mut und Besonnenheit als Grundlage unseres Verhaltens zu entwickeln? Schon

der Blick in die kommunalen Medien lässt einen daran zweifeln.

Aktuell sind wir bereits seit Wochen extremer Hitze mit den für uns alle spürbaren

Begleiterscheinungen, ausgesetzt. Eine Situation, die bereits seit Jahrzehnten von

Wissenschaftlern aus aller Welt anhand von Daten und Fakten beschrieben wurde.

Ist jetzt nicht die Zeit da, wo jede und jeder von uns sich fragen muss, was der persönliche

Beitrag ist, um die Folgen des Klimawandels langfristig zu mildern. Jede und jeder ist

aufgerufen, Verantwortung für den Erhalt unserer Lebengrundlage zu übernehmen. Beim

Blick in die öffentlichen Diskussionen muss man sich ernsthaft fragen, wie es um unsere

Fähigkeiten bestellt ist, sich über komplexere Themen zu informieren, größere

Zusammenhänge zu erkennen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu

vertreten. In Zeiten, in denen Hypes und Likes bestimmen, was angesagt ist, kommen nicht

nur Zweifel, sondern Verzweiflung auf, bei der Frage, ob überhaupt noch etwas zu retten ist.

Verstärkt wird dieser Eindruck durch die aktuelle Debatte in den Medien. Müssen wir in

Anbetracht der ökologischen Krise, in der sich die Menschheit befindet, ernsthaft über den

Sinn des Nationalparkes streiten? Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass das

Allgemeininteresse über dem Interesse von wenigen Profiteuren steht? Der Nationalpark hat

das Potential, den von Borkenkäfern, Windkraftanlagen und Holzwirtschaft geschädigten

Wald, zumindest in seinen Grenzen, wieder gesunden zu lassen. Ist es nicht an der Zeit, alles

dafür zu tun, um den Wald zu ermöglichen, sich wieder zu einem intakten Ökosystem zu

entwickeln, mit seinen vielfältigen Funktionen zum Schutz des Klimas?

Müssen wir als Erfüllungsgehilfen der Schweinefleischindustrie ertragen, dass unsere

Landschaft durch fragwürdige Zäune zerstückelt wird und zahlreichen Wildtieren der Weg zu

den Wasserstellen abgeschnitten wird? Ist nicht vielmehr jetzt der Zeitpunkt gekommen,

ernsthaft über das Ende der Massentierhaltung zu sprechen, was auch miteinschließt, dass

jede und jeder von uns bereit ist, den eigenen Fleischkonsum zu hinterfragen? Sollten wir

nicht alle Eingriffe in die Naturräume zuallererst daraufhin prüfen, ob sie in Anbetracht des

entstehenden Schadens für unsere Lebensgrundlage überhaupt gerechtfertigt sind?

Wir stehen an einem Scheideweg. Jede und jeder Einzelne von uns ist gefragt.

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