Was ist nur los, mit uns Menschen? Sind wir nicht alle als vernunftbegabte Wesen auf die
Welt gekommen? Haben wir nicht alle die Fähigkeit mitbekommen, Tugenden wie Klugheit,
Gerechtigkeit, Mut und Besonnenheit als Grundlage unseres Verhaltens zu entwickeln? Schon
der Blick in die kommunalen Medien lässt einen daran zweifeln.
Aktuell sind wir bereits seit Wochen extremer Hitze mit den für uns alle spürbaren
Begleiterscheinungen, ausgesetzt. Eine Situation, die bereits seit Jahrzehnten von
Wissenschaftlern aus aller Welt anhand von Daten und Fakten beschrieben wurde.
Ist jetzt nicht die Zeit da, wo jede und jeder von uns sich fragen muss, was der persönliche
Beitrag ist, um die Folgen des Klimawandels langfristig zu mildern. Jede und jeder ist
aufgerufen, Verantwortung für den Erhalt unserer Lebengrundlage zu übernehmen. Beim
Blick in die öffentlichen Diskussionen muss man sich ernsthaft fragen, wie es um unsere
Fähigkeiten bestellt ist, sich über komplexere Themen zu informieren, größere
Zusammenhänge zu erkennen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu
vertreten. In Zeiten, in denen Hypes und Likes bestimmen, was angesagt ist, kommen nicht
nur Zweifel, sondern Verzweiflung auf, bei der Frage, ob überhaupt noch etwas zu retten ist.
Verstärkt wird dieser Eindruck durch die aktuelle Debatte in den Medien. Müssen wir in
Anbetracht der ökologischen Krise, in der sich die Menschheit befindet, ernsthaft über den
Sinn des Nationalparkes streiten? Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass das
Allgemeininteresse über dem Interesse von wenigen Profiteuren steht? Der Nationalpark hat
das Potential, den von Borkenkäfern, Windkraftanlagen und Holzwirtschaft geschädigten
Wald, zumindest in seinen Grenzen, wieder gesunden zu lassen. Ist es nicht an der Zeit, alles
dafür zu tun, um den Wald zu ermöglichen, sich wieder zu einem intakten Ökosystem zu
entwickeln, mit seinen vielfältigen Funktionen zum Schutz des Klimas?
Müssen wir als Erfüllungsgehilfen der Schweinefleischindustrie ertragen, dass unsere
Landschaft durch fragwürdige Zäune zerstückelt wird und zahlreichen Wildtieren der Weg zu
den Wasserstellen abgeschnitten wird? Ist nicht vielmehr jetzt der Zeitpunkt gekommen,
ernsthaft über das Ende der Massentierhaltung zu sprechen, was auch miteinschließt, dass
jede und jeder von uns bereit ist, den eigenen Fleischkonsum zu hinterfragen? Sollten wir
nicht alle Eingriffe in die Naturräume zuallererst daraufhin prüfen, ob sie in Anbetracht des
entstehenden Schadens für unsere Lebensgrundlage überhaupt gerechtfertigt sind?
Wir stehen an einem Scheideweg. Jede und jeder Einzelne von uns ist gefragt.
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