JETZT FAST GRATIS: STREUOBSTWIESEN IN BAD LAASPHE

 

Hier unser Antrag im Wortlaut.

 

Bad Laasphe 13. September 2024

Antrag zur Pflanzung von Streuobstwiesen

 

Sehr geehrter Herr Terlinden,

der Umwelt-, Bau- und Denkmalausschuss möge Folgendes beschließen:

Die Stadt Bad Laasphe beantragt für das Jahr 2025 bei der unteren Naturschutzbehörde Kreisverwaltung die Pflanzung von einer oder zwei Streuobstwiesen auf den unten angegebenen Flächen außerhalb des Siedlungsraumes in Ortsnähe der Ortschaft Bad Laasphe.

Die beiden Flächen können ganz oder teilweise oder alternativ zueinander mit Obstbäumen bestückt werden.  

Die Finanzierung erfolgt aus dem Streuobstwiesenprogramm der Kreisverwaltung. Dieses Förderprogramm wird jährlich von der Kreisverwaltung aufgelegt und aus den vom Kreis eingenommenen Ersatzgeldern aus der Errichtung von Mastenbauwerken in Waldgebieten und anderen Bauprojekten finanziert. Die Anträge für die Pflanzung der unten beschriebenen Streuobstwiesen müssen bis zum 30.06. eines Jahres gestellt werden, um in den Genuss der Fördermittel kommen zu können. Da die Fördermittel nach telefonischer Auskunft der unteren Naturschutzbehörde begrenzt sind, ist es sinnvoll, diese frühzeitig, also noch in diesem Herbst zu beantragen. 

Sollten zusätzliche Kosten entstehen, die durch die Fördermittel nicht gedeckt sind, können hierfür die im Haushalt 25 noch analog zum Haushalt 24 bereitzustellenden Mittel zum Umweltschutz herangezogen werden.

Sollte sich bei der Prüfung der vorgeschlagenen Flächen herausstellen, dass sie nicht geeignet sind oder aus anderen Gründen für das Vorhaben nicht infrage kommen, sucht die Stadt eine oder zwei andere Flächen, auf denen Streuobstwiesen angelegt werden können.

Sollte die Kreisverwaltung der Beantragung der entsprechenden Fördermittel nicht stattgeben, finanziert die Stadtverwaltung den Kauf entsprechender Baumsetzlinge und Zubehör (Stützpfähle, Wurzelkörbe usw.) aus den für Umweltschutzmaßnahmen im Haushalt bereitgestellten Mitteln. Je nach Menge der so zu beschaffenden Baumsetzlinge werden einer oder beide der unten genannten Standorte bepflanzt.

 

Beschreibung der vorgeschlagenen Orte:

 

Etwa 1 ha große Fläche im Kurpark neben der Eisenbahntrasse, am Ende der Brückenstraße, südwestlich des Hauses Brückenstraße 17. Diese Fläche ist von den Gehwegen des Kurparks kaum einsehbar und landwirtschaftlich scheinbar nicht genutzt, obwohl eingezäunt. Die genaue Lokalisierung entnehmen Sie bitte dem Luftbild in der Anlage (Anlage 1). Auf der vorhandenen Wiese steht bereits eine kurze Baumreihe, scheinbar auch mit Obstbäumen. Dies und die Nähe zu angrenzenden Waldflächen begünstigt die Funktion einer Streuobstwiese als Maßnahme zur Erhöhung bzw. zum Erhalt der Artenvielfalt. Da derzeit die Schaffung eines Radweges geplant ist, der über diese Wiese führt, dürfte die dann angrenzende Streuobstwiese diesen attraktiver machen und als Bereicherung der dortigen Parklandschaft empfunden werden.

 

Etwa 1 ha große Fläche am Nordwesthang des Türmelchens, unterhalb des SGV-Denkmals bzw. der SGV-Hütte. Die dortige Grünfläche ist offenbar landwirtschaftlich ungenutzt, die Wiese wird bereits selten gemäht, was im Sinne der Artenvielfalt begrüßenswert ist. Die genaue Lokalisierung entnehmen Sie bitte ebenfalls dem Luftbild in der Anlage (Anlage 1). Sie liegt unmittelbar nördlich dem als Biotop im Landschaftsplan gekennzeichneten Waldmantel unterhalb und neben der SGV-Hütte. Die Nähe zur Biotopfläche begünstigt die Funktion einer Streuobstwiese als Maßnahme zur Erhöhung bzw. zum Erhalt der Artenvielfalt.

 

Beide Flächen sind im Landschaftsplan für Bad Laasphe als außerhalb des Siedlungsgebietes gelegen gekennzeichnet und als zum Erhalt ausgewiesen, was sie nach unserer Einschätzung als geeignete Flächen im Sinne der Förderrichtlinien des Streuobstwiesenprogramms auszeichnet. (Siehe Anlage 2.)

 

Begründung und Hintergrund:

 

Obwohl im Vergleich noch relativ hoch, nimmt nach Aussage des NABU trotz aller Naturschutzmaßnahmen die Artenvielfalt in Wittgenstein ab. Sachgerecht gepflegte Streuobstwiesen zählen dagegen zu den artenreichsten Landschaftsbestandteilen Mitteleuropas. Man schätzt, dass auf ihnen ungefähr 5000 Tier- und Pflanzenarten heimisch sind. Leben findet man in allen „Etagen“ einer Streuobstwiese: im Unterwuchs, den Wiesen, in denen unzählige blühende Kräuter und Gräser wachsen. Von diesen wiederum leben sehr viele Insekten. In den Bäumen leben Vögel, Fledermäuse und kleine Säugetiere, die sich in Höhlen im Stamm zurückziehen und nisten.

 

Diese biologische Vielfalt kann aber nur bewahrt werden durch angepasste Nutzung und Pflege. Die Wiese darf nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden, wenn möglich mit Balkenmähern. Bei häufigerer Mahd entstehen Graswüsten, in denen keine Pflanze blüht. Zu wenig Mahd fördert das Aufkommen von Sträuchern und Bäumen, welche die Artenvielfalt der Wiesen beeinträchtigen. Das Mahdgut muss abtransportiert werden, damit es das nachwachsende junge Gras nicht erstickt und Licht und Luft an den Untergrund lässt. Vorgaben zur Pflege der Streuobstwiesen sind in der Förderrichtlinie des Kreises nachzulesen (Anlage 3).

 

Bad Laasphe kann mit der Pflanzung von Streuobstwiesen gleich mehrere positive Effekte schaffen:

 

  1. Erhöhung der lokalen Artenvielfalt
  2. Erhaltung alter Obstbaumsorten
  3. Schaffung zusätzlicher CO2-Senken
  4. Absenkung der lokalen Durchschnittstemperatur vor allem während Hitzeperioden
  5. Bereicherung der Kulturlandschaft
  6. Erhöhung der touristischen Attraktivität und Erweiterung der landschaftsbezogenen Erholungsmöglichkeiten
  7. Lehrobjekte und Exkursionsziele für Schulen und Kindergärten

 

Mit freundlichen Grüßen,

Carina Jung                                                                           Albrecht Rieger



zurück